Das Herz auf dem rechten Fleck

Liebes Brautpaar, aus Erfahrung wissen wir, dass das Brautpaar bei Ihrer Eheschließung gerne eine lockere und persönliche Rede hören möchte. Da wir Standesbeamte Sie jedoch meistens nicht persönlich kennen, ist das leider nicht so einfach. Ich will daher versuchen, meine Ansprache so locker wie möglich und so ernst wie es der Anlass erfordert, zu halten.

Ich möchte Ihnen heute ein paar Gedanken mit auf den Weg geben, an die Sie ab und zu einmal denken sollten. Ich habe mir einmal überlegt, warum und wieso man sich eigentlich mag.

Haben Sie sich schon einmal überlegt, warum gerade Sie ein Paar geworden sind ?

Man kann das anhand von „Körperteilen“ recht gut verdeutlichen. Beim ersten Kennen lernen stellten Sie fest, dass Ihr Gegenüber, wie man sprichwörtlich so sagt, das Herz auf dem rechten Fleck hat. So haben Sie beide ein Herz füreinander gefunden, dass Ihnen nunmehr hilft, manche kleine Schwäche des anderen zu verzeihen. Ein weiteres Sprichwort sagt, dass das Herz vor Freude hüpft, wenn man jemanden sieht, den man sehr gern hat. Ich hoffe daher, dass Ihre Herzen noch lange gemeinsam hüpfen werden.

Nun zu den Augen: auch hier könnte man sagen, man hat ein Auge auf den anderen geworfen. Vielleicht waren es ja die leuchtenden Augen oder der warme Blick, von dem man sich angezogen fühlte. Die Augen sind für das Kennen lernen besonders wichtig, aber auch im weiteren Leben spielen sie eine gewichtige Rolle, denn es gilt auch Kleinigkeiten im Täglichen miteinander zu sehen und manches bewundernd anzuerkennen.

Vergessen Sie in Ihrer Partnerschaft nie, die Augen offen zu halten, die Bedürfnisse des Anderen zu sehen und auch zu erkennen, was der andere mir zuliebe macht.

Nun möchte ich die Ohren zum Thema machen. Kennen Sie das Sprichwort: der hat ja Bohnen in den Ohren ? – Nichts für eine Partnerschaft ! In einer solch intensiven Beziehung wie der Ehe sollte man stets ein offenes Ohr haben für seinen Partner, für seine Sorgen, Ängste und Nöte, aber natürlich auch für die vielen täglichen Freuden im Leben, die der Partner gerne mit einem teilen will. Zuhören bedeutet natürlich auch, sich Zeit nehmen für den Anderen.

Mit den Händen können Sie durch kleine Gesten ebenfalls Ihre Zuneigung ausdrücken. Hände – zum umarmen. Zum Streicheln und manchmal kann ein fester Händedruck im richtigen Moment jedes Wort ersetzen.

Hand in Hand werden Sie heute als Brautpaar diese Räum verlassen und dabei außerdem feststellen: auch die Beine haben eine Bedeutung. Nicht immer ist es ganz leicht, den gleichen Schritt zu halten. Jeder entwickelt sich in der Partnerschaft unterschiedlich weiter. Deshalb ist es wichtig den anderen mitkommen zu lassen und auch auf sein Schritttempo Rücksicht zu nehmen.

Zum Schluss meiner Rede möchte ich das Sie in Zukunft an und zu einmal denken an:

-         Ihr Herz, das füreinander schlägt,
-         Ihre Augen, die dem Ehepartner liebevoll zuzwinkern,
-         Ihre Ohren, die Sie füreinander offen halten,
-         Ihre Hände, die stets gerne den anderen spüren und
-         Ihre Beine, die einen gemeinsamen Lebensweg eingeschlagen haben.

Ich wünsche Ihnen für Ihr nun beginnendes Eheleben alles erdenkliche Gute, auf dass all Ihre wünsche und Träume an die Ehe in Erfüllung gehen, so wie Sie es sich vorstellen.